Eines der schlimmsten Horror-Szenarien für viele Unternehmer: Ihre Festplatte oder USB-Stick funktioniert nicht mehr. Im schlimmsten Fall sind die Projekt-Fortschritte mehrerer Wochen oder wertvolle Kundendaten für immer verloren.

Der meistens einzige Ausweg: Eine Wiederherstellung der Dateien. Aber mit welchen Kosten müssen Sie für eine professionelle Datenrettung rechnen?

Sind Pauschalangebote für wenige Hundert Euro, die Sie durch eine schnelle Google-Suche gefunden haben, wirklich seriös?

Eines möchte ich Ihnen schon vorweg verraten: In dieser Notlage können sich billige Angebote oft als Kostenfallen entpuppen und Sie sogar Ihre Daten kosten.

Damit Sie bei Ihrer Datenrettung also nicht auf die falschen Anbieter hereinfallen, zeige ich Ihnen in diesem Blogartikel:

Dieser Beitrag wurde am 22. September 2021 aktualisiert.

Professionelle Datenrettung: Seriöse Angebote beginnen ab 300€

Ich weiß, Sie wollen jetzt am liebsten konkrete Zahlen hören und so die Kosten für Ihren individuellen Fall bereits vorab herausfinden.

Die einzige Information, die ich Ihnen jedoch an dieser Stelle geben kann, ist folgende: Eine professionelle Datenrettung kann Sie zwischen 300 € und 10.000 € oder sogar noch mehr kosten. Der genaue Wert hängt nämlich von 3 verschiedenen Faktoren ab:

  1. Welcher Aufwand betrieben werden muss.
  2. Wie schnell Sie Ihre Daten brauchen.
  3. In welchem Zustand sich Ihr Datenträger befindet.

Lassen Sie mich diese drei Faktoren an einem Beispiel demonstrieren:

Kunde A besitzt eine Festplatte mit einer kleinen Menge an Daten, auf welcher sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat, der alles blockiert. Da es sich nicht um einen großen Datenbestand handelt, kann eine Spezialsoftware die Festplatte für 300 € relativ schnell analysieren und aufzeigen, was getan werden muss. Ein vergleichsweise einfacher und kostengünstiger Fall also.

Kunde B hingegen kommt mit einer teils verkohlten Festplatte zur Datenrettung, welche mechanische Defekte aufweist. Am liebsten hätte er die Daten sofort zurück, sodass die Festplatte umgehende in ein Labor geschickt wird, um dort unter strengen Vorsichtsmaßnahmen auseinander genommen zu werden. Diese Umstände treibt den Preis der Datenrettung natürlich in die Höhe. In einem solchen Fall müssen Sie wahrscheinlich mit mehreren Tausend Euro rechnen.

Sie sehen: Die genauen Kosten hängen wirklich von den Rahmenbedingungen jedes einzelnen Falles ab. Was jedoch auf jeden Kunden bei einer professionellen Datenrettung zutrifft ist, dass immer nach Zeit verrechnet wird.

Das bedeutet für Sie: Je genauer Sie wissen, was Sie brauchen, desto schneller kann Ihr IT-Spezialist arbeiten. Dadurch verringern sich wiederum die Kosten für die Rettung Ihrer Daten.

Mein Tipp: Bei unserem IT-Service haben wir oft das Problem, dass Kunden weder Passwörter noch Speicherort Ihrer Daten kennen. Das erschwert unsere Arbeit und verzögert die Datenrettung.

Daher empfehle ich Ihnen, Verschlüsselungen und Ablageorte von Ihren wichtigsten Dateien immer im Kopf zu haben. So sparen Sie Zeit und vor allem bares Geld.

Kennzeichen seriöser Anbeiter: Kostenlose Erst-Analyse & ein Kostenvoranschlag

Wie oben beschrieben, kann eine Datenrettung in extremen Fällen einige Tausend Euro kosten – eine Summe, die man nicht leichtfertig aus der Hand geben will.

Damit Sie wissen, welche Kosten auf Sie zukommen, müssen folgende zwei Leistungen immer kostenlos inkludiert sein, noch bevor Sie einen Vertrag abschließen:

1. Kostenlose Erst-Analyse als Basis für ein seriöses Angebot

Unseriöse Anbieter bieten oft ein Pauschalangebot ohne vorherige Erst-Analyse des beschädigten Datenträgers an. Beispielsweise kostet dann eine Handy-Datenrettung immer 500 Euro, egal welcher Schaden vorliegt.

Für einen Datenretter macht es allerdings sehr wohl einen Unterschied, ob die Daten “nur” unabsichtlich gelöscht wurden oder ob der Datenträger defekt ist. Für beide Schäden das gleiche Angebot zu erstellen, macht alleine aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn.

Denn wenn verschiedene Techniker stundenlang an der Rettung eines Datenträgers arbeiten, bleibt bei einem Pauschalpreis von 500 Euro unterm Strich wenig übrig. Sind die Daten allerdings innerhalb von Minuten gerettet, würde sich ein astronomischer Stundensatz ergeben, der kaum zu rechtfertigen ist.

Ohne eine Erst-Analyse kann man als Datenrettungs-Anbieter aber unmöglich abschätzen, wie aufwendig die Datenrettung sein wird. Das kann man nämlich erst nach der Erst-Analyse beurteilen. Ein seriöses Angebot stützt sich dann auf diese Analyse.

Diese Erst-Analyse sollte immer kostenlos und unverbindlich sein. Denn ob man die Datenrettung auch wirklich will, hängt oft vom Angebot ab. Vor allem für kleinere Unternehmen macht es einen großen Unterschied, ob eine Datenrettung 500 oder 5.000 Euro kostet.

2. Ein verbindliches Angebot und nicht nur ein Kostenvoranschlag

Vor allem bei Pauschalangeboten ohne vorherige Erst-Analyse stellt sich das vermeintliche “Angebot” oft als unverbindlicher Kostenvoranschlag heraus. Das steht allerdings meistens nur im Kleingedruckten und wird von gutgläubigen Unternehmern oft übersehen.

Nach der erfolgreichen Datenrettung folgt dann die böse Überraschung: Auf den Pauschalpreis werden noch Service-Gebühren, Erfolgs-Prämien oder andere undurchsichtige Preistreiber aufgeschlagen.

Unterm Strich zahlen Sie so oft viel mehr als bei einem vermeintlich teureren Anbieter.

Generell gilt: Ist ein Angebot zu gut um wahr zu sein, ist fast immer irgendwo ein Haken versteckt. Prüfen Sie also vor dem Abschluss Ihren Vertrag genau.

Wählen Sie im Zweifel also lieber das von vornherein teurere Angebot aus. Denn dieses Angebot ist in der Regel wirklich fix.

Aber auch bei seriösen Anbietern kann sich der Preis nachträglich ändern, wenn die Datenrettung doch aufwendiger ist, als zu Beginn gedacht.

Das korrekte Vorgehen wäre in diesem Fall zunächst alle Arbeiten an Ihrem Datenträger zu stoppen und Ihnen ein neues Angebot zu übermitteln. Erst wenn Sie dieses Angebot angenommen haben, wird weitergearbeitet. So haben Sie als Kunde immer volle Kostenkontrolle.

Garantierte Wiederherstellung zum Billig-Preis: So erkennen Sie unseriöse Anbieter

Viele Anbieter werben mit einer fixen Datenwiederherstellungs-Garantie. Das ist allerdings sehr unseriös. Denn erst nach einer genauen Analyse kann man sagen, ob wirklich alle Daten gerettet werden können.

Manchmal ist ein Datenträger auch derartig beschädigt, dass überhaupt keine Daten mehr gerettet werden können. Wie erfolgsversprechend eine Datenrettung ist, kommt immer auf den Einzelfall an.

Kein seriöser Datenrettungs-Anbieter würde also von sich behaupten, immer alle Daten retten zu können. Schon gar nicht, wenn er den Datenträger noch nicht untersucht hat.

Abzocker sehen das Versprechen einer pauschalen Datenwiederherstellungs-Garantie in Kombination mit einem günstigen Preis daher oft als Chance, nichtsahnende Unternehmer in eine Falle zu locken.

Diese Garantie wird aber im Kleingedruckten des Vertrags dann so abgeschwächt, dass sie unterm Strich wertlos ist.

Hohe Kosten bei der Datenrettung? Mit diesen 2 Vorkehrungen verringern Sie Ihr Risiko

1. Durchführung regelmäßiger Back-Ups

Der beste Schutz vor Datenverlusten ist ein Back-Up. Dabei werden Ihre Daten auf ein anderes Speichermedium (etwa auf ein NAS oder in die Cloud) kopiert. Ihre Daten sind dann an mehreren Orten gespeichert.

Funktioniert Ihre Festplatte aufgrund eines technischen Defekts nicht mehr, können Sie so immer noch auf die Kopie auf einem anderen Speichermedium zugreifen.

Um sicherzustellen, dass alle relevanten Daten auf dem Back-Up-Speicher vorhanden sind, sollten Sie Ihre Daten am besten laufend auf den Speicher übertragen. Führen Sie diese Übertragung nicht regelmäßig durch, könnten Sie im Falle eines Defekts die Arbeit mehrerer Tage, Wochen oder sogar Monate verlieren.

Trotz der Wichtigkeit von Back-Ups ist es erschreckend, dass sie nur von jedem dritten österreichischen Unternehmen durchgeführt werden. Diese “Back-Up-Faulheit” tritt vor allem bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen auf und sorgt für massive Sicherheitslücken.

2. Verschlüsselung von Datenträgern

Unternehmen sollten Datenträger (auch interne Festplatten) immer verschlüsseln. Nur so stellen Sie die bestmögliche Datensicherheit sicher und geben Hackern keine Chance.

Falls Ihre Firmen-PCs mit Windows 10 Pro ausgestattet sind, können Sie Ihre Datenträger einfach mit der integrierten BitLocker-Funktion verschlüsseln. Achtung: Bei der günstigeren Windows 10 Home Version ist diese Funktion nicht inkludiert.

Als Unternehmer lohnt es sich also, auf die teurere Pro-Version zurückzugreifen. Der Preisunterschied ist gar nicht so groß: Windows 10 Pro kostet (Stand 22.9.2021) auf der offiziellen Microsoft-Österreich Website 259 Euro, Windows 10 Home 145 Euro. Sie sehen: Für nur 114 Euro mehr erhöhen Sie Ihre Sicherheit maßgeblich.

Alternativ können Sie aber auch Verschlüsselungssoftware anderer namhafter Hersteller wie Norton oder McAfee erwerben.

Fazit: Pauschalangebote unter 300 € sind meist Geldverschwendung

Mit diesem Beitrag wollte ich Ihnen keineswegs Angst einjagen. Im Gegenteil: Ich will Ihnen helfen, den richtigen Anbieter und ein faires Angebot zu finden.

Damit Sie also kein Geld bei einer so wichtigen Aufgabe verschwenden, dürfen Sie nicht Opfer eines Billig-Anbieters werden. Achten Sie daher auf die oben genannten Hinweise um sicher zu gehen, dass Ihre Daten in guten Händen sind.

Grundsätzlich gilt: Je nach Schaden, Aufwand und Dringlichkeit müssen Sie mit 300 bis 10.000 Euro rechnen.

Lassen Sie vor Ihrer endgültigen Entscheidung immer eine (im besten Fall kostenlose) Erst-Analyse machen und holen Sie ein verbindliches Angebot ein.

Sollten Sie noch Fragen zur Datenrettung haben oder für Ihr Unternehmen eine professionelle Beratung benötigen, stehen wir Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Rufen Sie dafür einfach unter + 43 1 361 95 00 an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an [email protected].

Wir haben uns auf den IT-Service für Unternehmen spezialisiert und helfen auch Ihnen gerne weiter.

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