Sie sind Inhaber eines kleinen Unternehmens und damit Ihre Mitarbeiter das Warenwirtschaftssystem oder die Datenspeicherung zentral nutzen können, möchten Sie einen Server kaufen?

Grundsätzlich ist das eine gute Idee: Der Zweck eines Servers ist nämlich genau diese zentrale Datenverarbeitung.

Vor allem als IT-Laie müssen Sie beim Kauf, der Installation und der Nutzung aber sehr vorsichtig sein. Denn in meinem Alltag als EDV-Betreuer habe ich fast wöchentlich mit Notfällen zu tun, die durch vermeidbare Server-Fehler ausgelöst wurden.

Das Resultat dieser Fehler: Die Firma steht still und die Wiederherstellung verschlingt Tausende Euro an kosten. Damit Ihnen genau das nicht passiert erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag:

Was ist ein Server?

Ein Server ist ein Gerät in Ihrem Netzwerk, das zentral gewisse Dienste zur Verfügung stellt. Unter anderem sind hier folgende Dienste möglich:

  • Ein zentraler Datenspeicher, auf den alle Netzwerk-Nutzer zugreifen können.
  • Netzwerkservices, die von allen Nutzern in Anspruch genommen werden können. Darunter fällt unter anderem ein Netzwerk-Drucker.
  • Eine Warenwirtschaftssoftware, die von jedem Mitarbeiter im Netzwerk genutzt werden kann.

Was muss ein Server für kleine Unternehmen können?

Diese Frage pauschal zu beantworten ist (leider) fast unmöglich. Hier kommt es wirklich auf viele verschiedene Punkte an:

  • Wie viele Aufgaben soll der Server übernehmen: Benötigen Sie “nur” zusätzlichen Speicher oder sollen komplexe Warenwirtschaftssysteme für viele Nutzer zur Verfügung gestellt werden.
  • Wie viele Programme sollen über den Server laufen: Wenn der Server komplexe Aufgaben übernehmen soll, ist auch die Anzahl wichtig. Ist es nur ein Warenwirtschaftssystem? Oder gibt es zusätzlich noch ein Buchhaltungsprogramm, CRM oder ähnliches?
  • Wie viele Nutzer sollen über den Server arbeiten: Es macht einen großen Unterschied ob 5 oder 15 Personen auf den Server zugreifen. Die genaue Nutzeranzahl müssen Sie deshalb vor dem Kauf wissen.

Der größte Fehler, den Sie beim Kauf begehen können ist, wenn Sie einfach in ein Elektrogeschäft gehen und den erstbesten Server aus dem Regal nehmen. Denn je nach Einsatzzweck könnte für Sie entweder ein Server mit 16 GB Arbeitsspeicher reichen oder 96 GB Arbeitsspeicher könnten immer noch zu wenig sein.

Das Risiko, dass Sie das falsche Produkt kaufen, ist dementsprechend hoch.

Mein Tipp ist daher: Lassen Sie sich von einem Profi beraten, wenn Sie wenig oder kein Fachwissen haben.

Diese 4 Server kann ich für kleine Unternehmen empfehlen

Wie bei allen anderen IT-Geräten empfehle ich Ihnen auch beim Server auf Markenhersteller zu setzen. In meinem Alltag als IT-Betreuer empfehle ich meinen Kunden deshalb häufig Server des Marktführers Dell.

Vier Server, die für kleine Unternehmen besonders geeignet sind, möchte ich Ihnen jetzt vorstellen:

1. Einstiegsserver fürs Drucken oder E-Mails

  • Name: Smart Value PowerEdge T140 Server Standard
  • Preis: 846 Euro
  • Geeignet für: Zentrale Verwaltung von E-Mails und Netzwerk-Druckern. Für die zentrale Datenspeicherung oder den Betrieb von Software wie beispielsweise ein ERP System ist dieser Server nicht geeignet.

2. Einstiegsserver für den Datenaustausch und Back-Ups

3. Einstiegsserver für einfache Anwendungen und Webhosting

  • Name: Smart Value PowerEdge T440 Server Basic
  • Preis: 1.401 Euro
  • Geeignet für: Einfache Datenbanken, Server Virtualisierung, Webhosting, Verwaltung von E-Mails und Verwaltung von Druckern. Für komplexe Anwendungen wie ein ERP oder CRM System ist dieser Server nicht geeignet.

4. Einstiegsserver für komplexe Datenbanken, ERP oder Business Intelligence

Wichtig: Wie weiter oben schon erwähnt, sind pauschale Empfehlungen bei Servern nahezu unmöglich. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf unbedingt von einem Profi beraten. Meine Empfehlungen sollten Sie nur als ungefähre Richtlinie auffassen.

Mit diesen zusätzlichen Kosten müssen Sie für einen Server rechnen

Zusätzlich zu den oben aufgelisteten Kaufpreisen der Hardware müssen Sie noch mit zwei weiteren Kostenpunkten rechnen:

  1. Einmalige Installationskosten: Hier müssen Sie mit einmalig (je nach Server und Verwendungszweck) 2.000 bis 10.000 Euro rechnen. In dieser Installation sollte auf jeden Fall die Einrichtung einer Notstromversorgung, eines Back-Up-Service und aller zusätzlich von Ihnen benötigten Leistungen enthalten sein.
  2. Monatliche Kosten: Für einen kleinen Server müssen Sie mit Kosten von mindestens 150 bis 200 Euro pro Monat rechnen. Denn der Server muss laufend geupdated werden und es muss überprüft werden, ob alle Funktionen korrekt ablaufen.

Server für kleine Unternehmen: Das sind die 6 häufigsten Fehler

Nach mehr als 20 Jahren als EDV-Betreuer in Wien gibt es wahrscheinlich keinen Server-Fehler, den ich noch nicht gesehen habe.

Das Erschreckende: Vor allem 6 Fehler werden mit verheerenden Folgen oft unbewusst begangen. Damit Ihnen das nicht passiert, habe ich die meiner Meinung nach häufigsten 6 Fehler hier zusammengefasst:

1. Fehler: Der Server hat nur ein Netzteil und nur eine Festplatte

Das Netzteil ist für Stromversorgung zuständig und auf der Festplatte werden alle Daten gespeichert, die über den Server verarbeitet werden.

Diese zwei wichtigen Komponenten müssen aus Sicherheitsgründen immer doppelt vorhanden sein.

2. Fehler: Der Server hat keine Notstromversorgung

Jeder Server benötigt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (kurz: UVS). Diese UVS wird in der Regel mit einer Batterie sichergestellt.

So haben Sie im Falle eines Stromausfalls zumindest genug Zeit, alle Daten zu sichern und Ihren Server geordnet herunterzufahren.

Wenn plötzlich der Strom ausfällt, steht hingegen Ihre ganze Firma still und Sie können wichtige Daten verlieren.

3. Fehler: Die Serverumgebung ist ungeeignet

In 7 von 10 Unternehmen steht der Server in einem Raum, er entweder nicht ausreichend gekühlt ist oder der frei zugänglich ist.

Obwohl es vielen Unternehmern nicht bewusst ist, sind das große Sicherheitslücken. Denn ob Sie es glauben oder nicht, kommt das irrtümliche Ziehen eines Steckers oder das Verschütten von Getränken häufig vor.

Diese scheinbar banalen “Hoppalas” können aber schnell Schäden von Tausenden Euro verursachen.

Der Serverraum sollte deshalb immer gekühlt und abgeschlossen sein.

4. Fehler: Sie führen Updates ohne Tests durch

Da Ihre Mitarbeiter wahrscheinlich auf einen funktionierenden Server angewiesen sind, kommen Ihnen Ausfälle teuer zu stehen.

Durch das unüberlegte Installieren kann aber genau das passieren: Ein kleiner technischer Fehler reicht aus, dass Ihr Server komplett ausfällt.

Updates müssen deshalb vor der Installation immer in einer Testumgebung geprüft werden.

5. Fehler: Sie schalten den Server überraschend im laufenden Betrieb ab

Das Schlimmste, was bei Servern passieren kann, ist ein plötzliches Herunterfahren. Das habe ich Ihnen schon bei der Notstromversorgung erklärt.

Ich möchte nocheinmal betonen: Auch bei technischen Problem sollten Sie aus Frust nie den Stecker ziehen oder den Server einfach herunterfahren!

Falls Sie es doch machen steht Ihre Firma still und Sie werden wichtige Daten verlieren.

6. Fehler: Sie verwenden einen lokalen Server, obwohl ein Cloudserver besser geeignet wäre

Meiner Meinung nach sollte ein lokaler Server, also ein Server der direkt in Ihrem Unternehmen steht, heutzutage nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt werden.

Der Grund dafür sind die oben erwähnten Fehlerquellen: Wie Sie sicherlich erkannt haben, sind die meisten Fehler sogenannte Anwenderfehler. Diese Probleme sind (fast) immer auf eine nicht sachgemäße Verwendung des Servers zurückzuführen.

All diese Risiken können Sie vermeiden, wenn Sie auf einen Cloudserver setzen. Dieser Server wird professionell gewartet und steht in einem sehr gut gesicherten Rechenzentrum.

Die (meistens) bessere Alternative zum lokalen Server: Der Cloudserver

Aufgrund der oben erklärten Fehleranfälligkeit von lokalen Servern haben sich Cloudserver für mich zur Standardlösung für kleine Unternehmen entwickelt. Als Unternehmer profitieren Sie von der gleichen Leistung und lagern einen Großteil der Risiken an einen externen Anbieter aus.

Folgende Cloudserver haben wir bereits bei Dutzenden Kunden installiert und können uneingeschränkt weiterempfohlen werden:

Für diese Cloudserver müssen Sie je nach Anbieter und Ihrem Bedarf mit Kosten zwischen 200 und 500 Euro pro Monat rechnen. Dafür entfallen allerdings die Anschaffungskosten und auch der Aufwand für die Installation ist geringer.

Mein Tipp: Verwenden Sie einen lokalen Server wirklich nur, wenn Ihre Internetleitung für einen Cloudserver zu langsam ist und es wirklich keine andere Lösung gibt. In allen anderen Fällen sind Sie mit einer Cloud-Lösung besser beraten.

Fazit: Verwenden Sie einen lokalen Server nur, wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt

Ein Server ist für Sie ideal, wenn Sie zentrale Dienste (Speicher, Drucker, Warenwirtschaftssystem, etc.) für mehrere Mitarbeiter zur Verfügung stellen möchten.

Die Zeiten, in denen dieser Server direkt in Ihrem Unternehmen stehen muss, sind allerdings meiner Meinung nach vorbei. Viele der in diesem Beitrag beschriebenen 6 Fehler lassen sich nämlich durch Cloudserver dauerhaft verhindern.

Nur wenn Ihre Internetleitung zu langsam für einen Cloudserver ist, kann ein lokaler Server noch eine gute Alternative für Sie sein.

Sie haben über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu Servern oder möchten wissen, welchen Server Sie für Ihre Anforderungen benötigen?

Bei diesen oder ähnlichen Fragen können Sie uns gerne kontaktieren. Wir von der RYSIT Consulting GmbH haben uns auf EDV-Betreuung spezialisiert und helfen auch Ihnen gerne weiter.

Sie erreichen uns via E-Mail (office@rysit.at), Telefon +43 1 361 95 00 oder unserem Kontaktformular.

Herzlichst,

Ihr Richard Schranz

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